Es gibt Rituale, die man nicht nur sieht, sondern spürt.
Das Handfasting gehört für mich ganz klar dazu.
Wenn sich zwei Menschen in der Trauung gegenüberstehen, sich an den Händen halten und diese Hände dann behutsam miteinander verbunden werden, entsteht oft ein Moment, der ganz still und gleichzeitig unglaublich kraftvoll ist. Genau deshalb entscheiden sich viele Paare bewusst für dieses besondere Trauritual.
Warum ich Handfasting so gern in Trauungen einbinde
Viele Paare wünschen sich eine Zeremonie, die Tiefe hat, aber nicht steif wirkt. Sie suchen nach einem Ritual, das ihre Verbindung sichtbar macht – ohne viele Worte erklären zu müssen.
Das Handfasting erfüllt genau das:
• Es ist ursprünglich und zeitlos
• Es funktioniert unabhängig von Religion oder Tradition
• Es ist zutiefst persönlich und symbolisch
Ich erlebe immer wieder, wie Paare in diesem Moment ganz bei sich sind. Die Hände verbunden, der Blick beim Gegenüber und plötzlich wird spürbar: Jetzt beginnt unser gemeinsamer Weg.
Die Bedeutung hinter dem Handfasting
Der Begriff „Handfasting“ stammt aus alten keltischen und nordischen Traditionen und bedeutet sinngemäß: die Hände binden. Doch was auf den ersten Blick schlicht wirkt, trägt eine tiefe Symbolik in sich.
Verbundenheit auf Augenhöhe
Beim Handfasting werden die Hände des Paares locker mit einem Band, einem Tuch oder einer Kordel umschlungen. Nichts wird festgezurrt – es ist ein bewusstes, freiwilliges Sich-Verbinden. Ein Zeichen dafür, dass diese Beziehung aus freier Entscheidung entsteht.
Ein gemeinsamer Weg
Die verschlungenen Hände stehen für das Versprechen, den Weg nicht allein zu gehen. Für Nähe, Unterstützung und das Wissen: Wir halten uns auch dann, wenn es schwierig wird.
Ein sichtbares Ja
Während Worte manchmal verhallen, bleibt dieses Bild im Gedächtnis. Es ist ein starkes Sinnbild für das, was an diesem Tag versprochen wird.
Was dieses Ritual so besonders macht
Als Trauredner:in schätze ich am Handfasting vor allem seine Ehrlichkeit.
Es ist ruhig, reduziert und gleichzeitig unglaublich intensiv.
Oft verändert sich die Stimmung im Raum spürbar:
Die Gäste werden stiller.
Das Paar atmet tiefer.
Der Moment gehört nur ihnen.
Viele Paare erzählen mir später, dass sie sich genau hier am stärksten miteinander verbunden gefühlt haben – ganz ohne große Inszenierung.
Ein Ritual, das sich individuell gestalten lässt
Kein Handfasting gleicht dem anderen.
Und genau das liebe ich daran.
Das Band kann:
• eine Lieblingsfarbe haben
• aus mehreren Bändern bestehen – für verschiedene Werte oder Lebensbereiche
• ein besonderes Material sein, das eine persönliche Bedeutung trägt
Auch die Worte, die diesen Moment begleiten, gestalte ich individuell – abgestimmt auf die Geschichte, die Wünsche und das Tempo des Paares.
Manchmal ist es feierlich, manchmal sehr ruhig, manchmal fast meditativ. Alles darf, nichts muss.
Ein Zeichen, das bleibt
Auch wenn das Band am Ende gelöst wird:
Das Gefühl dieses Moments bleibt oft lange im Herzen.
Und vielleicht ist es genau das, was Handfasting so besonders macht –
dass es nicht bindet, sondern verbindet.